Pressestimmen: "Odyssee"


(Thüringer Landeszeitung) Was für ein Abend! Absolut gelungen!

(Thüringer Allgemeine)Die Komödianten Christiane Weidringer Und Klaus Tkacz haben sich wieder neu erfunden. Als lüsterner Zeus und strenge Hera erzählen sie in ihrem neuesten Bühnenstreich die „Odyssee“ augenzwinkernd und erfrischend...Tkacz und Weidringer sind in der Regie von Harald Richter ein gutes Paar, perfekt eingetaktet und wohldosiert in den darstellerischen Mitteln...

(Fränkische Landeszeitung)Ein Bett wird zum Schiff wird zur Höhle wird zum Meereswogen wird zur Unterwelt wird zur Lustgrotte wird zum Wäscheständer; Ein Kissen zum Weinschlauch, aus dem sich Polyphem vollaufen lässt; Ein weißes Tuch zum Segel und Geisterkleid. Die gefräßige Charybdis schlürft Odysseus in einen langen Schlauch, Circe bezirzt den Helden mit Ballonbrüsten, während die federflauschige Sirene ihn trällernd zu verführen sucht... Welche Szene die schönste war? Schwer zu sagen, vielleicht mal den Jüngling Paris nach seinem Urteil fragen...

Aus dem Internet – Tagebuch der „Thüringer Allgemeine“
Autorin Gitte Glase - Winkler (Erfurt, den 14. Juli 2011)

Beim Zeus, das war wohl getan!

Nein, liebe Erfurter und Gäste, Sie brauchen keinen Lachkurs zu belegen, um irgendwelche Glückshormone zu produzieren – sehen Sie sich stattdessen lieber an, was das Trio Weidringer – Tkasz – Richter produziert hat: Sie werden heftig auf ihre Kosten kommen! Sogar der Himmel vergoß Lachtränen, in reichem Schwalle, wie der Dichter sagt. (Goethe natürlich) Aber das passte doch wunderbar zum Theatersommervergnügen: wir erlebten „Die Odyssee“ und Odysseus verbrachte ja etliche Jahre auf dem Wasser. Nun gut, auch etliche Jahre in liebevollen Armen, nicht immer denselben – das kam vor, das kommt vor.
Die schönen Arme verschiedener Frauensleute gehören allemal zu Christiane Weidringer, sie spielt und gurrt und singt bezaubernd, es scheint nichts zu geben, was sie nicht kann. Sie ist die glückliche Penelope – die Ehefrau unseres Helden -, sie ist die unglückliche Penelope, sie verführt als Calypso, sie zeigt sich reizend naiv als Nausikaa, sie gleitet geschmeidig durch alle Bühnenfährnisse, liest als Hera dem Zeus die Leviten – das wirkt gar nicht göttlich, sondern sehr, sehr menschlich und das Publikum dankt es lachend.
Außerdem hat diese schmale Frau am Nachmittag vor der Premiere, als der Regen kam und blieb, mit ihrem Spielpartner, dem Klaus Tkasz, alias Zeus oder Odysseus, und ihrem Regisseur - Ehemann Harald Richter die großen Zeltplanen zu unserem Schutz aufgebaut.
Vor allem aber hat das freud -, leid – und theatererprobte Trio bewundernswerten Mut gehabt und sich diese unendliche Geschichte aus dem Sagenschatz der alten Griechen zugetraut.
Mir bleibt nur zu wiederholen: beim Zeus, das war wohl getan!

Ja sicher: wer die Sagen des Klassischen Altertums im Bücherschrank hat und sich rasch noch einen Blick hinein gönnte, war doppelt begeistert bei wörtlich übernommenen Textstellen. Der alte Spruch: wer mehr weiß, hat mehr Vergnügen. (Über die Kehrseite schweigen wir jetzt) Ungeordnete Bilder des Premierenabends: der blöd – selig lächelnde Odysseus lehnt berauscht am Schiff, zeigt minutenlang seine Zähne, und ganz langsam erlischt das Leuchten in seinen Augen und er ist hellwach und springt entsetzt auf. Nach Hause! Zu Penelope!
Die Arme wartet insgesamt 20 Jahre…
Die Sirene Christiane tönt geheimnisvoll, lockend, der gewarnte Odysseus ließ sich an den Mast binden, aber der Gesang bringt ihn um den Verstand (den Hera bei ihrem göttlichen Gemahl, denn der spielt ja den Umtriebigen, sowieso zweifelnd betrachtet) und der betörte Held ruiniert fast das Schiff….
Figurentheater, ein Hauch Slapstick, Wortwitz, Akrobatik, eine unglaubliche Bühnenpräsenz, Improvisationsgabe, Schattenspiel, Einfälle kuriosere, grotesker, lauter, stiller, anmutiger oder völlig unerwarteter Art – all das gehört zum Programm, wo auch immer dies Trio spielt.

Dabei habe ich noch gar nicht erzählt, warum alle, aber wirklich alle vor Freude aufjauchzten, als der männliche Hauptdarsteller silbern gewandet die Bühne betrat.
Nur soviel: es ging um den Apfel.
Und um Helena. Denn wegen Helenen zogen ja die Hellenen in den Kampf.
Wäre ich TA Journalist, gäbe ich locker fünf Sterne.